Hier ein kleiner Überblick über die wichtigsten Winde am Gardasee:
Winde am Gardasee
Pelér:
wird umgangssprachlich auch gerne Vento, Súer oder Nordwind genannt. Man nennt ihn gerne den "König unter den Gardaseewinden". Er ist eine kontinuierlicher und gleichmäßiger Wind, der vor allem in den Monaten Juli bis September weht. Der Pelér setzt vorwiegend im nördlichen u. mittleren Teil des Gardasees ein und und breitet sich dann über den gesamten See aus. Charakteristisch für den Pelér sind drei große Wellen, denen mehrere kleine folgen. Er ist für Windsurfer zum Springen ideal. Am stärksten wird der Pelér meistens dann, wenn die ersten Sonnenstrahlen auf das Wasser am Westufer fallen.
Pelerot:
Er ist ein stärkerer Pelér
Peleri:
Ein Peleri ist ein schwacher Pelér
Ora – Südwind:
Der Gardaseewind, der bekannt aus unzähligen Kreuzworträtseln ist. Die Ora (weiblich!) ist ein sogenannter thermischer Wind, d.h. er entsteht, wenn die von der Sonne aufgeheizte Luft am Nordende des Sees nach oben steigt. Durch den aufsteigenden Luftstrom wird ein Vakuum erzeugt, das neue Luftmassen aus der Poebene ansaugt. Diese strömen in der Regel mit hoher Geschwindigkeit heran – die Ora. Sie weht im im Frühjahr, Sommer und Herbst recht zuverlässig und beginnt nach abflauendem Pelér gegen Nachmittag (so ab 13-14 Uhr). Bei normaler Wetterlage bleibt der Wind bis Sonnenuntergang. Windstärken werden in den einzelnen Seeorten sehr unterschiedliche gemessen. Grundsätzlich gilt – je nördlicher desto stärker.
Orisina:So wird eine leichte Ora (Südwind) bezeichnet. Dies kann z.B. durch schwächere Sonneneinstrahlung oder bewölkten Himmel entstehen.
Vént da Mut:Ein westlicher Wind, der vorwiegend in den Sommermonaten aufkommt und vor oder während des Ventos (Nordwind) einsetzt. Man trifft diesen Wind meistens auf der Höhe von Gargnano mit einer Windstärke von 1 bis 3 Bft an.
Vént dé la Val:Ist die Wetterlage gut, kommt er abends nach Sonnenuntergang mit Windstärken zwischen 2 und 4 Bft bei Campione auf. Seine kurze Reichweite verursacht wenig Wellen und erreicht eine maximale Breite von 1-2 Kilometer. Bei Wärmegewittern über den Bergen kann der Vént dé la Val für Surfer und Segler mitunter gefährlich werden. In der Mitte des Gardasees bauen sich dann große Wellen auf, die nicht unterschätzt werden sollten.
Vinessa Poche:Ein Ostwind, der wenige Stunden nach dem Auftreten der Bora am südlichen Gardasee weht. Sein Vorbote ist meistens ein schwarzer Himmel südöstlich von Peschiera. Bei klaren Wetterbedingungen ist er harmlos. Dann bläst der Wind mit einer Windstärke von 4 bis 6 Bft und erzeugt nur wenige Wellen. Dagegen baut er bei Schlechtwetterlage und starker Bewölkung gerne hohe Wellen auf und erreicht Windstärken von 5 bis 7 Bft. Unerfahrene Surfer sollten hier aufpassen.
Vént dé Tép:
Ein unter Umständen sehr gefährlicher Wind. Er setzt manchmal ein, wenn es in den Sommermonaten nach längerer Zeit ohne Abkühlung das erste Wärmegewitter gibt. Blitze sind in der Regel die ersten Vorboten für einen aufkommenden Vént dé Tép. Der Wind hat eine große Reichweite und weht häufig von Südwest nach Nordost. Der böige Wind kann eine Stärke bis zu 10 Bft erreichen. Wassersportler jeder Art sollten hier extrem aufpassen.
Ander:
Dieser Wind entsteht während eines Gewitters oder Wolkenbruchs in der Gegend um Desenzano am Ostufer des Gardasees. Er weht dann halbkreisförmig vor Desenzano oder Toscolano mit einer maximalen Windstärke von 5 Bft. Seine Auswirkungen spürt man bis Torri auf der anderen Seeseite.
Ponale:
Er ist ein sommerlicher Westwind mit einer Stärke von 4 bis 6 Bft. Er kann am Nachmittag, Abend oder auch in der Nacht blasen. Wichtig für Outdoor-Sportler: wenn er sich mit dem Pelér vereinigt, kündigt das in der Regel schlechtes Wetter an. Der Wind wird dann sehr stark in den nördlichsten Gebieten des Gardasee zum Teils mit heftigen Böen.
Gardesana:
Kleiner Wind, der von Garda in Richtung Sirmione weht.
Visentina:
Schlechtwetterwind aus San Vigilio, der die Wetterlage des unteren Gardasees beeinflusst.
Fasanella:
Er bildet sich in den frühen Nachmittagsstunden im Westen von Fasano (Gardone Riviera) und bläst bis zum Sonnenuntergang nach Osten. Er weht gleichmäßig schwach bei geringer Intensität.
Montes:
Eigentlich eher eine Brise oder auch Brezza genannt. Sie entstehen immer abends am Ostufer, und wehen vom Berg her aus den kleinen Schluchten und Tälern zum See hin. In lauen Nächten spürt man sie ab Mitternacht auch über Limone.